Ich sehne mich nach einer Welt, in der Menschen frei sind, ihr eigenes Potenzial zu leben.
Ich glaube daran, dass wir von Natur aus zum Guten beitragen wollen – wenn wir authentisch mit uns selbst verbunden sind. Und dass wir unserer Gemeinschaft ein Geschenk machen, wenn wir unsere Herzenswünsche erfüllen.
Was uns davon abhält, sind verletzende Erfahrungen und gesellschaftliche Strukturen, die uns von unseren wahren Bedürfnissen trennen und uns taub machen. Aus dieser Taubheit entstehen Ziele, die dem Verstand Sicherheit geben – aber nicht dem Herzen entsprechen. Ziele, die uns ausbrennen können, weil wir sie mit Verbissenheit verfolgen und dabei unseren Körper ignorieren.
Verlieren wir den Kontakt zum Körper, verlieren wir den Zugang zu uns selbst, zu unseren Bedürfnissen und zu unserer Lebendigkeit.

This is a test
Ladakh (Indien) – Ein Ort der tiefen Stille.

Ich habe all das lange nicht verstanden.
Ich verbrachte Jahre damit, eine Karriere aufzubauen, die nie wirklich zur mir passte, und erschöpfte meinen Körper mit hochintensivem Training, um mich von dem Schmerz abzulenken, der unter der Oberfläche lag.
Mein Schmerz zeigte sich in vielen Verkleidungen:
ständige körperliche Verspannung, innere Unruhe und Gedanken, die mich nachts nicht schlafen liessen, das Gefühl gleichzeitig überdreht und niedergeschlagen zu sein – und ein unbegreiflicher Drang, immer weiterzumachen, obwohl alles in mir nach Ruhe verlangte.

Und als ich mit der Corona-Krise automatisch langsamer wurde, begann nach innen zu hören und mich zu fragen, was mir wirklich wichtig ist – war da nichts. Nur Stille.
Noch härter als die Erkenntnis, dass ich meine Grenzen für etwas überschritten hatte, das nicht meinen wahren Bedürfnissen entsprach, war die Einsicht, dass ich unter all dieser Anstrengung überhaupt nicht spüren konnte, was ich wirklich wollte.

Ich entschied mich etwas zu verändern.
Ich kündigte meinen Job, verliess mein Zuhause und ging auf Reisen. Ich lief 3000 km durch Europa, verbrachte Monate in Yoga-Ashrams und sass in zwei zehntägigen Schweigeretreats.
Die Erkenntnis, die daraus entstand, überraschte mich:
Es war keine Klarheit darüber, was ich tun wollte – sondern ein verkörpertes Verständnis davon, dass Zufriedenheit, Frieden und ein Gefühl von Ganzheit bereits in mir wohnen.

Auf dieser Reise hatte ich mehrere tiefe Erfahrungen – Momente, in denen sich alles weit, still und vollständig anfühlte. Doch anstatt mir eine Richtung zu geben, machten sie mich noch verwirrter.
Wenn alles, wonach ich gesucht hatte, bereits in mir ist …
Was ist dann der Sinn darin, zu streben, Entscheidungen zu treffen, ein Leben aufzubauen, wenn der Boden des Friedens schon da ist?
Warum sollte ich überhaupt noch etwas tun?

Als ich in die Schweiz zurückkam, wusste ich, dass die Reise nicht vorbei war – sie veränderte nur ihre Form.
Die eigentliche Arbeit bestand nicht mehr im Reisen oder Suchen, sondern darin, all das, was ich gesehen und gefühlt hatte, in ein Leben zu integrieren, das wirklich meines ist.

Ich begann eine Therapie.
Ich arbeitete mit mehreren Coaches zusammen.
Ich lernte, die Einsichten aus meinen Reisen, den Ashrams und der Stille in alltägliche Entscheidungen und Routinen zu integrieren.

Und in diesem Prozess des Integrierens wurde mir etwas klar – etwas, das schon immer das eigentlich schon lange da war.
Ich fühle mich von Natur aus zur Tiefe hingezogen.
Zum Körper.
Zur Wahrnehmung.
Zu den feinen Schichten unterhalb dessen, was Menschen sagen.

Ich hatte schon immer eine intuitive Sensibilität dafür, Menschen zu spüren und mit ihnen gemeinsam in die Tiefe zu gehen – zu ihrem Wesenskern.
Jahrelang begleitete mich diese Sensibilität, ohne sie als solches zu Erkennen.
Jetzt lerne ich, sie gezielt einzusetzen, damit andere davon profitieren können.

Dieser Weg war weder geradlinig noch glamourös.
Er war chaotisch, manchmal unbequem und oft verwirrend.
Aber er hat mir etwas gegeben, das ich vorher nie hatte:
eine Verbindung zu mir selbst, die nicht an Leistung gebunden ist.
Aus dieser Verbindung heraus werden meine Bedürfnisse und Visionen klarer – und mein Handeln fühlt sich natürlich statt forciert an.

Und aus dieser Verbindung heraus entfaltet sich mein Leben jetzt – manchmal chaotisch und unbequem und gleichzeitig tief, ehrlich und schön.